66 Millionen Euro für 3 Kilometer: Umstrittener Autobahnausbau auf Teneriffa gestartet
KI-generiert

66 Millionen Euro für 3 Kilometer: Umstrittener Autobahnausbau auf Teneriffa gestartet

Die kanarische Regierung hat den Ausbau eines drei Kilometer langen Abschnitts der Autobahn TF-5 für rund 66,4 Millionen Euro vergeben. Das Projekt zwischen Guamasa und dem Nordflughafen umfasst eine dritte Fahrspur und eine neue Flughafenanbindung, stößt jedoch aufgrund der hohen Kosten und der geringen Länge auf massive politische Kritik.

21. Mai 20263 Min. Lesezeitde

Großinvestition auf der TF-5: Drei Kilometer für über 66 Millionen Euro

Die Verkehrssituation im Norden Teneriffas bleibt ein zentrales politisches Thema. Die zuständige Fachabteilung für öffentliche Bauten der kanarischen Regionalregierung hat nun den offiziellen Zuschlag für ein bedeutendes Bauprojekt auf der Autobahn TF-5 erteilt. Konkret geht es um die Erweiterung der Fahrbahn zwischen dem Gebiet Guamasa und dem Nordflughafen in Richtung der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Den Auftrag erhielt eine Bietergemeinschaft, bestehend aus den Bauunternehmen Ferrovial Construcción und Asyota.

Anzeige

Hier könnte Ihre Werbung oder Dienstleistung stehen

Jetzt Werbung buchen →

Das Budget für dieses Vorhaben ist beachtlich: Für eine Strecke von lediglich drei Kilometern sind Kosten in Höhe von exakt 66.401.344 Euro veranschlagt. Ziel der Maßnahme ist es, durch den Bau einer dritten Fahrspur die Kapazität an einem der staureichsten Abschnitte des insularen Straßennetzes zu erhöhen und den Verkehrsfluss zu verbessern.

Umgestaltung der Knotenpunkte und neue Flughafenanbindung

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf die reine Verbreiterung der Fahrbahn von zwei auf drei Spuren. Die Planungen der Regionalregierung sehen eine tiefgreifende Umstrukturierung der Verkehrsführung vor, um die Effizienz zu steigern:

  • Modernisierung der Anschlüsse: Die bestehenden Auf- und Abfahrten bei Guamasa sowie San Lázaro werden komplett umgestaltet.
  • Direkter Zugang zum Flughafen: Ein wesentlicher Bestandteil ist die Errichtung einer neuen, direkten Verbindung zum Flughafen Teneriffa Nord.
  • Entflechtung der Verkehrsströme: Durch die neue Infrastruktur soll der Verkehr, der aus dem Norden kommt, vom restlichen Verkehrsaufkommen getrennt werden. Bisher mussten Fahrzeuge aus nördlicher Richtung oft über San Lázaro fahren, um zum Flughafen zu gelangen. Die neue Konfiguration soll diesen Umweg eliminieren und so die Hauptstrecke der TF-5 entlasten.

Die Behörden erhoffen sich von dieser Maßnahme eine deutlich gesteigerte Aufnahmekapazität der Autobahn und bessere Bedingungen für die vielen tausend Nutzer, die diesen Abschnitt täglich passieren.

Massive Kritik: Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit

Trotz der versprochenen Entlastung sorgt das Projekt für politischen Zündstoff. Die Opposition auf Teneriffa kritisiert das Vorhaben scharf und bezeichnet es als „tomadura de pelo“ – was im Deutschen etwa einem „Hohn“ gleichkommt. Tamara Raya, die Generalsekretärin der PSOE auf der Insel, äußerte bereits im April erhebliche Bedenken hinsichtlich der Sinnhaftigkeit.

Der Hauptvorwurf bezieht sich auf den geringen Umfang des Ausbaus im Vergleich zu früheren Planungen. Während das aktuelle Projekt lediglich drei Kilometer umfasst, sah ein früherer Entwurf weitaus umfangreichere Arbeiten vor, die sich von La Orotava bis nach La Laguna erstreckt hätten. Dass nun über 66 Millionen Euro für ein so kurzes Teilstück ausgegeben werden, wird als besorgniserregend eingestuft.

Zudem gibt es grundsätzliche Kritik an der Verkehrsstrategie. Ein vorliegender Plan für nachhaltige Mobilität warnt vor einem „Teufelskreis“: Der Bau neuer Straßenkapazitäten auf den Kanaren führe oft dazu, dass lediglich noch mehr Verkehr angezogen wird, anstatt die Probleme dauerhaft zu lösen.

Was bedeutet das für Leser in Spanien?

Die Entscheidung der kanarischen Behörden hat direkte Auswirkungen auf die Infrastrukturplanung und die Verwaltung der öffentlichen Mittel auf der Insel:

  • Verkehrsführung zum Flughafen: Nutzer der TF-5 aus Richtung Norden erhalten künftig eine separate Zufahrt zum Flughafen Teneriffa Nord, was die Durchmischung mit dem Fernverkehr nach Santa Cruz reduzieren soll.
  • Infrastrukturkosten: Das Projekt verdeutlicht die hohen Kosten für punktuelle Autobahnerweiterungen in dicht besiedelten Gebieten, wobei hier über 22 Millionen Euro pro Kilometer investiert werden.
  • Zukünftige Mobilitätsplanung: Die Debatte zeigt den Konflikt zwischen dem Ausbau des Straßennetzes und den Warnungen in offiziellen Mobilitätsplänen auf, die vor einer weiteren Zunahme des Individualverkehrs durch neue Fahrspuren warnen.
  • Verwaltungsentscheidung: Mit der Vergabe an die Bietergemeinschaft Ferrovial/Asyota ist der administrative Weg für die Umsetzung des 66-Millionen-Euro-Projekts geebnet.
Anzeige

Hier könnte Ihre Werbung oder Dienstleistung stehen

Jetzt Werbung buchen →

#Teneriffa#TF-5#Guamasa#Flughafen Teneriffa Nord#Straßenbau#Kanarische Regierung