Immobilienmarkt auf den Kanaren bricht ein: Verkäufe sinken um fast 9 Prozent
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Immobilienmarkt auf den Kanaren bricht ein: Verkäufe sinken um fast 9 Prozent

Der Immobilienmarkt auf den Kanaren erlebt einen Dämpfer: Im März sanken die Verkäufe um 8,9 %. Während der Neubausektor schwächelt, halten Bestandsimmobilien das Niveau. Experten warnen vor steigenden Preisen durch Wohnungsmangel.

19. Mai 20262 Min. Lesezeitde

Immobilienmarkt auf den Kanaren kühlt deutlich ab

Die neuesten Daten der spanischen Statistikbehörden zeichnen ein klares Bild für den Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln: Im März verzeichnete der Archipel einen signifikanten Rückgang bei den Immobilientransaktionen. Mit einem Minus von fast 9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Region deutlich über dem nationalen Trend. Während spanienweit die Verkäufe um 2,2 % zurückgingen, scheint die Dynamik auf den Inseln weitaus stärker gebremst zu sein.

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Dieser Abwärtstrend ist kein Einzelfall, sondern markiert das Ende eines schwierigen ersten Quartals. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 summiert sich der Rückgang der Transaktionen landesweit auf 2,6 %. Dies folgt auf ein extrem starkes Jahr 2025, in dem mit über 714.000 Verkäufen noch Rekordwerte erreicht wurden, die man seit dem Immobilienboom von 2007 nicht mehr gesehen hatte.

Neubauten im freien Fall – Gebrauchtimmobilien halten sich stabil

Ein detaillierter Blick auf die Zahlen offenbart eine Zweiteilung des Marktes. Besonders dramatisch stellt sich die Situation im Bereich der Neubauten dar. Hier brachen die Verkäufe im März um 10,2 % ein und setzten damit eine dreimonatige Negativserie fort.

Im Gegensatz dazu zeigt sich der Markt für Bestandsimmobilien (Vivienda usada) überraschend widerstandsfähig. Obwohl der Gesamtmarkt schrumpft, stiegen die Verkäufe von gebrauchten Objekten im März leicht um 0,2 % auf über 48.000 Operationen. Dies ist der höchste Wert für einen März seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 2007. Da Gebrauchtimmobilien rund 78 % des gesamten Marktvolumens ausmachen, stützen sie derzeit das verbleibende Transaktionsgeschehen.

Ursachenforschung: Mangelndes Angebot treibt die Preise

Die offiziellen Stellen identifizieren ein zentrales Problem für die aktuelle Marktlage: Es herrscht ein akuter Mangel an verfügbarem Wohnraum. Diese Knappheit trifft auf eine weiterhin vorhandene Nachfrage, was die Preise trotz sinkender Verkaufszahlen weiter nach oben treibt.

Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind:

  • Junge Menschen, die den ersten Schritt in den Immobilienmarkt wagen wollen.
  • Haushalte mit geringeren finanziellen Ressourcen.
  • Käufer, die auf geförderten Wohnraum (Vivienda protegida) angewiesen sind, da dieser Sektor im März ein Minus von 10,4 % verbuchte.

Regionale Unterschiede und staatliche Gegenmaßnahmen

Während neun spanische Regionen Rückgänge verzeichnen mussten, versuchen lokale Behörden auf den Kanaren gegenzusteuern. So wurden beispielsweise auf Gran Canaria Mittel in Höhe von 600.000 Euro bereitgestellt, um den Bau von 63 neuen Wohneinheiten in der Gemeinde Gáldar zu unterstützen. Solche punktuellen Maßnahmen können jedoch den allgemeinen Trend der sinkenden Verkaufszahlen bei gleichzeitigem Preisanstieg bisher nicht umkehren.

Was bedeutet das für Leser in Spanien?

Für Residenten und potenzielle Käufer auf den Kanaren bedeutet diese Entwicklung eine Phase der Unsicherheit. Wer eine Immobilie erwerben möchte, sieht sich mit einem schrumpfenden Angebot konfrontiert, was die Verhandlungsposition der Verkäufer stärkt – insbesondere bei Bestandsimmobilien.

Die statistischen Daten, die auf den Meldungen der Grundbuchämter basieren, zeigen zudem, dass der Markt für "Vivienda libre" (freier Wohnraum) mit 94 % der Transaktionen weiterhin absolut dominierend ist. Wer also auf staatlich geförderte Objekte hofft, findet derzeit kaum Optionen. Investoren und Privatkäufer sollten die Preisentwicklung genau beobachten, da das sinkende Transaktionsvolumen bisher nicht zu einer Entspannung bei den Kaufpreisen geführt hat. Die Hürden für den Eigentumserwerb bleiben aufgrund der Angebotsknappheit hoch.

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