
Kino-Architektur auf Formentera: Das Geheimnis hinter Philippe Starcks Klippen-Villa
Ein bekannter Architekt enthüllte die Verbindung zwischen einer berühmten Villa auf Capri und dem Sommerhaus von Philippe Starck auf Formentera. Beide Gebäude eint die dramatische Lage an Klippen und eine cineastische Geschichte.
Architektur-Geheimnis auf Formentera gelüftet
Die Baleareninsel Formentera birgt architektonische Schätze, die oft verborgen hinter den kargen Klippen der Küste liegen. Eine besondere Verbindung zwischen der italienischen Insel Capri und der kleinsten bewohnten Baleareninsel wurde nun im Rahmen der Vortragsreihe „Cases de Cine“ (Häuser des Kinos) thematisiert. Der Architekt Francisco Rocha Solé beleuchtete bei der Veranstaltung der Architektenkammer der Balearen (Coaib) die tiefgreifenden Parallelen zwischen zwei außergewöhnlichen Bauwerken, die durch die Filmgeschichte und modernes Design miteinander verknüpft sind.
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Im Zentrum der Betrachtung steht die legendäre Casa Malaparte, die auf einem schroffen Felsen auf Capri thront. Dieses Bauwerk erlangte weltweite Berühmtheit durch den Regisseur Jean-Luc Godard, der es in seinem Filmklassiker „Le Mépris“ (Die Verachtung) als Kulisse unsterblich machte. Das Haus, das einst dem italienischen Schriftsteller Curzio Malaparte gehörte, gilt als Meilenstein der modernen Architektur.
Philippe Starck und die Inspiration von Es Cap de Barbaria
Wie Rocha Solé ausführte, gibt es auf Formentera ein direktes architektonisches Echo dieses italienischen Monuments. In der abgelegenen und wilden Gegend von Es Cap de Barbaria, bekannt für ihren markanten Leuchtturm und die steilen Klippen, errichtete der renommierte französische Designer und Architekt Philippe Starck sein privates Sommerdomizil.
Die Villa von Starck ist kein Zufallsprodukt, sondern eine bewusste Hommage an die Casa Malaparte. Die wesentlichen Merkmale der Residenz auf Formentera spiegeln die Vision wider, die Malaparte einst in Italien realisierte:
- Die Lage: Beide Häuser befinden sich in unmittelbarer Nähe zu einem Abgrund und nutzen die dramatische Küstenlinie als gestalterisches Element.
- Die Formsprache: Die minimalistische und fast skulpturale Ästhetik, die Starck für sein Haus wählte, orientiert sich an den klaren Linien des Vorbilds auf Capri.
- Die Verbindung zum Kino: Während das Original durch Godard zur Ikone wurde, transferiert Starck diese cineastische Atmosphäre in die Landschaft der Pityusen.
Ein Dialog zwischen den Inseln
Die Ausführungen von Francisco Rocha Solé verdeutlichen, wie Architektur über Grenzen und Jahrzehnte hinweg kommuniziert. Die Wahl von Es Cap de Barbaria als Standort unterstreicht den Wunsch nach Abgeschiedenheit und der Konfrontation mit den Elementen – Werte, die bereits die Casa Malaparte auszeichneten. Für die Fachwelt und Architekturinteressierte auf den Balearen bietet diese Enthüllung einen neuen Blickwinkel auf die private Bebauung der Insel, die oft hinter hohen Mauern oder in unzugänglichem Gelände verborgen bleibt.
Die Veranstaltung der Architektenkammer zeigt auf, dass Formentera nicht nur ein Ort für Naturtourismus ist, sondern auch ein bedeutender Schauplatz für zeitgenössisches Design und internationale Architekturgeschichte, beeinflusst von den großen Meistern des 20. Jahrhunderts.
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