Kuriose Geschichtstheorie: Wurde Tortosa von einem Enkel Noés gegründet?
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Kuriose Geschichtstheorie: Wurde Tortosa von einem Enkel Noés gegründet?

Eine Gruppe von Forschern behauptet, die Stadt Tortosa sei das biblische Tarsis, gegründet von einem Enkel Noés, und habe als Zentrum einer Weltmacht fungiert. Damit widersprechen sie der etablierten Sichtweise auf die römische Geschichte der Region.

23. Mai 20262 Min. Lesezeitde

Die Geschichtsschreibung in bestimmten Kreisen Kataloniens sorgt derzeit für Aufsehen durch Thesen, die das bisherige Verständnis der Antike radikal umgestalten wollen. Im Mittelpunkt dieser Behauptungen steht die Stadt Tortosa. Sogenannte Forscher aus dem Umfeld des Unabhängigkeitsstrebens vertreten die Ansicht, dass die historische Bedeutung des Ortes weit über das hinausgeht, was in herkömmlichen Geschichtsbüchern dokumentiert ist.

Biblische Ursprünge und globale Machtansprüche

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Die Kernbehauptung dieser Gruppe von Theoretikern besagt, dass Tortosa in Wahrheit das legendäre Tarsis sei. Damit verknüpfen sie die Stadt direkt mit biblischen Erzählungen. Laut ihren Ausführungen wurde die Siedlung nicht durch lokale Stämme oder spätere Kolonialmächte gegründet, sondern durch einen direkten Enkel des Noé. Diese genealogische Verbindung soll der Region eine historische Tiefe verleihen, die Jahrtausende zurückreicht.

Besonders provokant ist die Ablehnung der bisherigen Einordnung als Teil des Römischen Reiches. Während die offizielle Geschichtswissenschaft den Ort als eine Provinz unter römischer Verwaltung sieht, behaupten diese Kreise das Gegenteil. Nach ihrer Darstellung war die Stadt keineswegs untergeordnet, sondern fungierte als das Zentrum einer Machtstruktur, welche die Kontrolle über den gesamten Erdkreis ausübte.

Umdeutung der antiken Hierarchien

Die Argumentation der Verfechter dieser Theorie bricht mit fast allen etablierten wissenschaftlichen Standards. Die wichtigsten Säulen ihrer Thesen umfassen:

  • Die Identität von Tarsis: Durch die Gleichsetzung von Tortosa mit dem biblischen Tarsis wird versucht, den Ort als eine der Wiegen der Zivilisation darzustellen.
  • Revision des römischen Einflusses: Die Rolle Roms wird in diesen Erzählungen massiv herabgestuft. Anstatt eine römische Provinz zu sein, wird Tortosa als eigenständiges Machtzentrum porträtiert.
  • Globale Dominanz: Die Theoretiker sprechen von einer Nation, die von diesem Punkt aus die Geschicke der damaligen Welt lenkte.

Diese Sichtweise stellt die Stadt als Ursprung einer globalen Vorherrschaft dar, was in krassem Widerspruch zu den Erkenntnissen der offiziellen Stellen und der akademischen Forschung steht.

Kritik an der methodischen Vorgehensweise

In spanischen Behörden und wissenschaftlichen Kreisen stoßen diese Veröffentlichungen auf Unverständnis. Es wird darauf hingewiesen, dass für die Behauptung, ein Enkel Noés habe die Stadt gegründet oder Tortosa sei das Zentrum einer weltbeherrschenden Nation gewesen, keinerlei belegbare Beweise existieren. Kritiker sehen in diesen Narrativen den Versuch, eine historische Größe zu konstruieren, die rein ideologisch motiviert ist.

Die etablierte Forschung stützt sich auf archäologische Funde und zeitgenössische Dokumente, die ein völlig anderes Bild der Region zeichnen. Dennoch finden solche Thesen in bestimmten politischen und sozialen Milieus Gehör, da sie eine Form von außergewöhnlicher Identität stiften, die sich von der restlichen spanischen und europäischen Geschichte abhebt. Die Behauptung, Tortosa sei der Ort gewesen, von dem aus die Herrschaft über den Planeten ausging, bleibt somit eine exklusive Sichtweise dieser speziellen Forschergruppe.

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