„Man reagiert nicht mehr gleich“: Mediziner warnen vor Risiken durch 24-Stunden-Dienste
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„Man reagiert nicht mehr gleich“: Mediziner warnen vor Risiken durch 24-Stunden-Dienste

Drei Fachärzte für Notfallmedizin schlagen Alarm: Nach 20 Stunden im Dienst sinkt die Reaktionsfähigkeit drastisch. Sie bezeichnen die 24-Stunden-Schichten als „Entführung“ und warnen vor Fehlern in der Patientenversorgung.

22. Mai 20262 Min. Lesezeitde

Mediziner warnen vor den Gefahren der 24-Stunden-Bereitschaft

In der spanischen Notfallmedizin wächst die Besorgnis über die aktuelle Gestaltung der Bereitschaftsdienste. Drei Fachärzte für Notfallmedizin haben sich nun öffentlich zu Wort gemeldet, um auf die erheblichen Risiken aufmerksam zu machen, die mit den sogenannten „Guardias“ – den 24-stündigen Diensten – verbunden sind. Ihre zentrale Botschaft ist deutlich: Die menschliche Leistungsfähigkeit stößt nach einer derart langen Arbeitszeit an ihre natürlichen Grenzen.

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Die Experten weisen darauf hin, dass die Reaktionsfähigkeit nach 20 Stunden im Dienst massiv beeinträchtigt ist. Wer fast einen ganzen Tag lang ununterbrochen im Einsatz ist, könne nicht mehr auf die gleiche Weise reagieren wie zu Beginn der Schicht. Dies stellt nach Ansicht der Mediziner ein ernstzunehmendes Risiko für Behandlungsfehler dar.

Das „Secuestro“ der Notfallmediziner

Ein besonders drastischer Begriff, den die drei Spezialisten in diesem Zusammenhang verwenden, ist der des „Secuestro“ (Entführung oder Geiselhaft). Damit beschreiben sie den Zustand, dem das medizinische Personal durch die Verpflichtung zu 24-Stunden-Jornadas ausgesetzt ist. Diese langen Arbeitszeiten binden die Ärzte in einer Weise an ihren Arbeitsplatz, die sie als systemische Belastung empfinden.

Die Kritik der Fachärzte konzentriert sich auf folgende Kernpunkte:

  • Nachlassende Reaktionsfähigkeit: Nach 20 Stunden im Dienst verändert sich die Art und Weise, wie Mediziner auf medizinische Herausforderungen reagieren können.
  • Erhöhtes Fehlerrisiko: Die Dauer der Schichten korreliert direkt mit der Gefahr, sich bei medizinischen Entscheidungen oder Eingriffen zu irren.
  • Systemische Belastung: Die 24-Stunden-Tage werden als eine Form der Vereinnahmung des Personals wahrgenommen, die kritisch hinterfragt werden muss.

Fokus auf die Sicherheit in der Notaufnahme

Die Warnung der drei Spezialisten zielt darauf ab, ein Bewusstsein für die physischen und psychischen Grenzen des Personals in den Notaufnahmen zu schaffen. Wenn Mediziner über einen Zeitraum von 24 Stunden die Verantwortung für Patienten tragen, ohne dass die volle Leistungsfähigkeit garantiert werden kann, steht die Qualität der Versorgung zur Debatte.

Die Fachärzte fordern durch ihre öffentliche Stellungnahme eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie sicher eine medizinische Betreuung nach 20 Stunden Dauereinsatz noch sein kann. Die Warnung vor dem Risiko, sich in den „Guardias“ zu irren, ist somit ein direkter Appell an die Verantwortlichen im Gesundheitswesen, die Struktur dieser langen Dienste zu überdenken.

Obwohl die 24-Stunden-Schichten in vielen Bereichen der spanischen Gesundheitsversorgung noch immer die Regel sind, verdeutlicht die Kritik der Notfallmediziner, dass die biologische Belastungsgrenze nach 20 Stunden erreicht ist. Die Forderung nach einer Veränderung basiert auf der einfachen Erkenntnis, dass die menschliche Konzentration und Präzision unter extremem Schlafmangel und langer Dienstzeit zwangsläufig leidet.

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