
Millionen-Investition für ein lebendes Fossil: Neuer Rettungsplan für die Rieseneidechse von El Hierro
Die kanarische Regierung und das Cabildo von El Hierro investieren knapp zwei Millionen Euro in den Schutz der bedrohten Rieseneidechse. Der Plan umfasst die Kontrolle von Fressfeinden, genetische Verbesserungen und die Gründung neuer Populationen.
Das Überleben einer der weltweit seltensten Reptilienarten soll durch eine großangelegte Initiative gesichert werden. Die kanarische Regionalregierung hat gemeinsam mit der Inselverwaltung von El Hierro (Cabildo) einen umfassenden Plan zur Rettung des Rieseneidechse von El Hierro (Gallotia simonyi) vorgestellt. Mit einem Budget von fast zwei Millionen Euro werden in den kommenden Jahren gezielte Maßnahmen umgesetzt, um die Population dieser prähistorisch anmutenden Tiere zu stabilisieren und langfristig zu vergrößern.
Massive Investitionen in den Artenschutz
Das neue Strategiepapier sieht eine Investitionssumme von knapp zwei Millionen Euro vor. Diese Mittel fließen direkt in den Erhalt der Spezies, die einst als ausgestorben galt und erst vor einigen Jahrzehnten in den unzugänglichen Klippen von El Hierro wiederentdeckt wurde. Der zuständige Regionalrat Mariano Zapata und der Inselpräsident von El Hierro, Alpidio Armas, betonten bei einem Besuch im Forschungs- und Zuchtzentrum der Insel die Bedeutung dieses Vorhabens.
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Der Plan ist nicht nur eine Absichtserklärung, sondern ein detailliertes Arbeitsprogramm, das verschiedene wissenschaftliche und praktische Ansätze kombiniert. Ziel ist es, die Risiken für die Bestände zu minimieren und die Widerstandsfähigkeit der Art gegenüber Umweltveränderungen zu stärken.
Die Kernpunkte des Rettungsplans
Um die Zukunft der Rieseneidechse zu gewährleisten, konzentriert sich die Strategie auf vier zentrale Säulen:
- Kontrolle von Fressfeinden: Eines der größten Probleme für die Eidechsen sind eingeschleppte Arten. Insbesondere verwilderte Katzen und Ratten stellen eine massive Bedrohung für die Gelege und Jungtiere dar. Der Plan sieht verstärkte Maßnahmen vor, um diese Prädatoren in den Lebensräumen der Reptilien zu kontrollieren.
- Genetische Optimierung: Um Inzucht zu vermeiden und die Vitalität der Tiere zu erhöhen, wird die Zucht im Erholungszentrum wissenschaftlich eng begleitet. Eine gezielte Auswahl der Zuchtpaare soll die genetische Vielfalt innerhalb der Population sicherstellen.
- Schaffung neuer Populationen: Ein wesentlicher Bestandteil ist die Ansiedlung der Tiere in neuen Gebieten. Durch die Schaffung zusätzlicher Kerngruppen an verschiedenen Standorten der Insel wird das Risiko minimiert, dass eine lokale Katastrophe (wie ein Erdrutsch oder eine Krankheit) die gesamte Art auslöscht.
- Erhalt des natürlichen Lebensraums: Bestehende Habitate werden geschützt und aufgewertet, um den Tieren optimale Bedingungen für die Nahrungssuche und Fortpflanzung zu bieten.
Ein Symbol für den Naturschutz auf El Hierro
Die Rieseneidechse ist weit mehr als nur ein Reptil; sie ist ein Symbol für die einzigartige Biodiversität der Kanarischen Inseln und insbesondere für El Hierro. Das Zuchtzentrum auf der Insel spielt dabei eine Schlüsselrolle. Hier werden die Tiere unter kontrollierten Bedingungen aufgezogen, bevor sie in die Freiheit entlassen werden.
Die Zusammenarbeit zwischen der Regionalregierung und dem Cabildo unterstreicht den Stellenwert, den der Umweltschutz in der regionalen Politik einnimmt. Durch die Bereitstellung der finanziellen Mittel in Millionenhöhe wird sichergestellt, dass die wissenschaftliche Arbeit der vergangenen Jahre fortgesetzt und intensiviert werden kann. Die Verantwortlichen zeigten sich zuversichtlich, dass die Kombination aus Raubtierkontrolle und gezielter Wiederansiedlung den Fortbestand dieses "lebenden Fossils" für kommende Generationen sichern wird.
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