
Schwere Vorwürfe: Beschuldigter Priester aus Kolumbien lebt in Schule auf Teneriffa
Ein katholischer Priester, dem schwerer sexueller Missbrauch an einem achtjährigen Schüler in Kolumbien vorgeworfen wird, lebt seit 2015 in einer religiösen Schule in Santa Cruz de Tenerife. Nach einer offiziellen Anzeige bei der kolumbianischen Staatsanwaltschaft und einer Meldung an den Orden in Rom wurden nun interne Ermittlungen eingeleitet.
Schwere Vorwürfe gegen Geistlichen in Santa Cruz de Tenerife
Ein historisches religiöses Bildungszentrum in der Hauptstadt von Teneriffa steht derzeit im Fokus schwerwiegender Anschuldigungen. Ein Priester, dem in Kolumbien sexueller Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen wird, lebt bereits seit dem Jahr 2015 in den Räumlichkeiten der Escuelas Pías auf der Kanareninsel. Die Diözese sowie die Leitung der Bildungseinrichtung haben den Aufenthalt des Mannes in dem Gebäude bestätigt.
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Die Vorwürfe stammen von einem ehemaligen Schüler des Colegio Calasanz in Cúcuta, Kolumbien. Der Betroffene gab an, im Jahr 1992, als er gerade acht Jahre alt war und die dritte Grundschulklasse besuchte, Opfer von Übergriffen durch den damaligen Koordinator der Primarstufe geworden zu sein.
Chronologie der Meldungen und behördliche Schritte
Der Fall nahm Anfang Mai dieses Jahres an Fahrt auf, als das mutmaßliche Opfer eine E-Mail an den Generaloberen des Ordens schickte. In diesem Schreiben äußerte der Mann den Verdacht, dass sich der beschuldigte Priester derzeit in einer religiösen Schule auf Teneriffa aufhalte. Er forderte die Verantwortlichen auf, den Geistlichen umgehend zu suspendieren und jeglichen Kontakt zu Minderjährigen zu unterbinden, sollte sich der Aufenthaltsort bestätigen.
- 5. Mai: Kontaktaufnahme des Opfers mit der Ordensleitung in Rom.
- 19. Mai: Formelle Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Kolumbien.
- Reaktion aus Rom: Der Beauftragte für Schutzmaßnahmen der Curia General in Rom reagierte auf die E-Mail und versicherte, dass die Angelegenheit mit höchster Priorität behandelt werde. Man habe bereits interne Schritte eingeleitet und koordiniere sich mit den betroffenen Ordensprovinzen.
Die Situation vor Ort auf Teneriffa
Der beschuldigte Priester residiert in einem bekannten, staatlich subventionierten Colegio (Colegio Concertado) in Santa Cruz de Tenerife. Obwohl die Institution den Aufenthalt seit fast einem Jahrzehnt bestätigt, betonen offizielle Stellen, dass nun Prüfmechanismen greifen müssen. Das Opfer fordert neben der Aufklärung der Wahrheit auch eine entsprechende Entschädigung und Gerechtigkeit für das erlittene Leid.
In seiner emotionalen Schilderung erklärte der Anzeigende, dass er bis heute in psychologischer und psychiatrischer Behandlung sei und Medikamente einnehmen müsse. Viele Erinnerungen seien jahrelang blockiert gewesen, kämen jedoch im Zuge der Aufarbeitung schmerzhaft zurück.
Reaktionen der kirchlichen Institutionen
Die Verantwortlichen der Escuelas Pías haben signalisiert, dass sie die Vorwürfe nicht ignorieren werden. Es wurde ein "Raum des Zuhörens" angekündigt, um mit dem Betroffenen in Kontakt zu treten. Die Diözese vor Ort ist über den Verbleib des Mannes informiert, während die kircheninternen Ermittlungen parallel zu den juristischen Schritten in Südamerika laufen.
Dieser Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Handhabung von Missbrauchsvorwürfen innerhalb religiöser Strukturen und die Praxis, beschuldigte Personen in andere Provinzen oder Länder zu versetzen. Für die Gemeinschaft auf Teneriffa stellt die Präsenz des Mannes in einer Bildungseinrichtung eine erhebliche Belastung dar, die nun eine lückenlose Aufklärung verlangt.
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