
Stärke durch Gemeinschaft: Besonderes Hilfsprojekt für Frauen in Ibiza gestartet
Ein innovatives Projekt in Ibiza kombiniert Gesprächsgruppen mit Selbstverteidigung, um Frauen nach Gewalterfahrungen zu stärken. In Zusammenarbeit mit dem Rathaus und dem Frauenbüro bietet das Centro Multidisciplinar Budoka einen geschützten Raum für Austausch und körperliches Training.
Ein geschützter Raum für Neuanfänge in Ibiza
In der Stadt Ibiza hat eine Initiative Form angenommen, die weit über sportliche Betätigung hinausgeht. Im Centro Multidisciplinar Budoka kommen Frauen zusammen, die eines gemeinsam haben: Sie haben Gewalt erfahren. Das Projekt zur Stärkung (Empowerment) dieser Frauen wird von der Organisation Vía Oberta vorangetrieben und setzt auf eine Kombination aus gegenseitigem Austausch und körperlicher Schulung.
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Unterstützt wird dieses Vorhaben durch ein Netzwerk lokaler Akteure, darunter die Fundación Ubuntu África, Vitality sowie das Budoka-Zentrum selbst. Besonders wichtig ist dabei die enge Verzahnung mit offiziellen Stellen wie dem Rathaus von Ibiza (Ayuntamiento de Ibiza) und der „Oficina de la Dona“ (Frauenbüro), um eine umfassende Anbindung der Teilnehmerinnen an bestehende Hilfssysteme zu gewährleisten.
Mehr als nur Abwehrtechniken: Die Kraft des Dialogs
Wer glaubt, dass in diesen Kursen sofort die Boxhandschuhe angezogen werden, irrt. Der methodische Ansatz der Verantwortlichen beginnt auf einer anderen Ebene. Jede Trainingseinheit startet mit einem Stuhlkreis. Hier geht es zunächst darum, anzukommen, zuzuhören und Erlebtes aus der vergangenen Woche zu teilen oder einfach nur anwesend zu sein. Für viele Frauen ist allein dieser Austausch in einem geschützten Rahmen der erste Schritt.
Das Ziel ist das sogenannte „Empowerment“ – die Selbstermächtigung. Es geht darum, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und den eigenen Körper zu stärken. Die Teilnehmerinnen berichten, dass sie durch die Übungen lernen, physische Angriffe abzuwehren oder Schlägen auszuweichen. Eine Teilnehmerin fasst ihre Erfahrung so zusammen, dass sie nun wisse, wie sie Schlägen ausweichen könne und wieder mehr Vertrauen in sich selbst verspüre.
Der Ablauf und die Partner des Projekts
Das Programm zeichnet sich durch eine klare Struktur und die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen aus, wie sie in den Sitzungen im Budoka-Zentrum praktiziert wird:
- Der Beginn im Kreis: Jede Sitzung startet nicht mit Kampfkunst, sondern mit dem gemeinsamen Sitzen im Kreis, dem Sprechen und dem gegenseitigen Zuhören.
- Die körperliche Komponente: Erst nach dem Austausch folgen die praktischen Übungen zur Verteidigung und zum Erlernen spezifischer Techniken.
- Institutionelle Vernetzung: Das Projekt arbeitet direkt mit der Oficina de la Dona und dem Rathaus von Ibiza zusammen, um die Frauen in das lokale Hilfsnetzwerk zu integrieren.
- Gemeinnützige Unterstützung: Neben Vía Oberta ermöglichen die Fundación Ubuntu África und Vitality die Durchführung des Angebots.
Selbstvertrauen als Schutzschild
Die Initiative in Ibiza verdeutlicht, wie spezialisierte Zentren und lokale Organisationen zusammenarbeiten, um Frauen nach Gewalterfahrungen eine neue Perspektive zu bieten. Die Rückmeldungen der Frauen zeigen, dass die Kombination aus mentaler Stärke durch die Gruppe und dem Erlernen von Verteidigungstechniken die persönliche Sicherheit im Alltag beeinflusst.
Es geht in den Einheiten im Centro Multidisciplinar Budoka darum, die eigene Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Das Wissen, sich im Ernstfall physisch zur Wehr setzen zu können, geht Hand in Hand mit einem gesteigerten Selbstwertgefühl. Die Teilnehmerinnen nutzen den Raum, um sich gegenseitig zu stützen und gemeinsam an ihrer Sicherheit zu arbeiten. Damit bietet das Projekt einen konkreten Ansatzpunkt für Betroffene direkt vor Ort in Ibiza.
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