
Stopp für neue Ferienlizenzen: Marbella deckelt touristische Vermietung hart
Das Rathaus von Marbella hat eine Obergrenze von 3.500 Lizenzen für Ferienvermietungen eingeführt. Bestehende Genehmigungen laufen Ende 2028 aus, Neuanträge sind ab sofort gestoppt. Grund sind die um 38 % gestiegenen Mieten im Stadtzentrum.
Das Rathaus von Marbella hat eine weitreichende Entscheidung getroffen, die den lokalen Immobilienmarkt und den Tourismussektor grundlegend verändern wird. Am 18. Mai 2026 wurde offiziell beschlossen, die Anzahl der Genehmigungen für touristische Unterkünfte im gesamten Stadtgebiet strikt zu begrenzen. Mit dieser Maßnahme reagiert die Stadtverwaltung auf den massiven Druck am Wohnungsmarkt und die rasant steigenden Mietpreise, die Einheimische zunehmend aus dem Zentrum verdrängen.
Die neue Obergrenze: Nur noch 3.500 Lizenzen
Die wichtigste Neuerung betrifft die Gesamtzahl der erlaubten Ferienvermietungen. Die Stadtverwaltung hat das Limit auf insgesamt 3.500 Lizenzen festgesetzt. Da zum Zeitpunkt des Beschlusses noch 4.120 aktive Lizenzen registriert waren, bedeutet dies eine notwendige Reduktion des Bestands. Diese Verringerung soll jedoch nicht durch sofortige Entzüge, sondern durch einen sogenannten natürlichen Rückgang erreicht werden.
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Für Eigentümer und Investoren bedeutet dies einen sofortigen Stopp für Neuanträge. Es gibt jedoch eng gefasste Ausnahmen:
- Erbfälle: Bei einer Übertragung der Immobilie durch Erbschaft bleibt die Lizenzoption unter bestimmten Bedingungen bestehen.
- Eigentümerwechsel: Transaktionen, deren Vertragsdatum nachweislich vor dem 1. Januar 2026 liegt, sind von dem sofortigen Stopp ausgenommen.
Übergangsfristen und Kosten für Bestandshalter
Wer bereits im Besitz einer gültigen Lizenz für die touristische Vermietung ist, genießt zunächst Bestandsschutz. Alle aktuellen Genehmigungen behalten ihre Gültigkeit bis zum 31. Dezember 2028. Nach Ablauf dieser Frist müssen sämtliche Lizenzen neu beantragt werden, sofern das Kontingent von 3.500 Einheiten zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeschöpft ist.
Zusätzlich führt die Stadt eine neue Gebührenstruktur ein. Für die Verlängerung einer Lizenz wird künftig eine Gebühr von 245 Euro pro Wohneinheit fällig. Diese Zahlung muss alle drei Jahre geleistet werden, um die Erlaubnis zur Ferienvermietung aufrechtzuerhalten.
Kampf gegen die Wohnungsknappheit
Bürgermeisterin Ángeles Muñoz rechtfertigte diesen drastischen Schritt mit der prekären Lage auf dem Wohnungsmarkt. Die Daten der Stadtverwaltung belegen eine besorgniserregende Entwicklung: Seit dem Jahr 2021 sind die Durchschnittsmieten im Zentrum von Marbella um 38 Prozent in die Höhe geschnellt. Aktuell müssen Mieter dort im Schnitt 18,40 Euro pro Quadratmeter aufwenden. Ziel der Deckelung ist es, Wohnraum wieder für die lokale Bevölkerung zugänglich und bezahlbar zu machen.
Strenge Kontrollen und hohe Bußgelder
Um die Einhaltung der neuen Regeln sicherzustellen, kündigten die Behörden verstärkte Kontrollen an. Wer ohne gültige Lizenz vermietet oder gegen die neuen Auflagen verstößt, muss mit empfindlichen Konsequenzen rechnen. Die Stadt hat den Strafrahmen für Verstöße auf bis zu 30.000 Euro festgesetzt.
Was bedeutet das für Leser in Spanien?
Für Residenten und Immobilienbesitzer in Marbella hat dieser Beschluss direkte Auswirkungen auf die Rentabilität und Nutzung ihrer Objekte:
- Wertermittlung: Immobilien mit bestehender Lizenz könnten bis 2028 an Wert gewinnen, da keine neuen Genehmigungen mehr erteilt werden.
- Fristen beachten: Besitzer sollten den 31. Dezember 2028 rot im Kalender markieren, da dann das gesamte Lizenzmodell neu aufgerollt wird.
- Kostenplanung: Die neue Gebühr von 245 Euro alle drei Jahre muss in die Nebenkostenrechnung für Ferienimmobilien einfließen.
- Mietmarkt: Für Langzeitmieter könnte sich die Situation entspannen, falls Eigentümer aufgrund der Deckelung ihre Objekte wieder dem regulären Mietmarkt zuführen.
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