
Wer ist José Luis Calama? Der Richter im Zentrum der Ermittlungen gegen Zapatero und Krypto-Betrüger
Der Richter der Audiencia Nacional, José Luis Calama, steht im Zentrum bedeutender Ermittlungen in Spanien. Neben dem Verfahren gegen Ex-Präsident Zapatero leitet er Untersuchungen zum massiven Krypto-Betrug durch den Madeira Invest Club und befasste sich mit Fällen nationaler Sicherheit wie dem Pegasus-Spionageskandal.
Ein Profil des Ermittlungsrichters am Nationalen Gerichtshof
In der spanischen Justizlandschaft steht derzeit ein Name im Fokus, der regelmäßig mit hochkomplexen und politisch brisanten Verfahren betraut wird: José Luis Calama. Als Richter an der Audiencia Nacional hat er jüngst durch die Einleitung von Ermittlungen gegen den ehemaligen Regierungspräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero Aufmerksamkeit erregt. Calama stuft den Ex-Politiker in diesem Zusammenhang als Teil eines zentralen Entscheidungsgremiums innerhalb der untersuchten Struktur ein.
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Die Grundlage für diesen juristischen Schritt bilden Erkenntnisse aus der Auswertung von Mobiltelefondaten. In den entsprechenden Unterlagen finden sich Hinweise, die auf eine maßgebliche Rolle hindeuten, wobei Formulierungen wie „unser Kumpel Zapatero steckt dahinter“ in den Fokus der Ermittler gerückt sind.
Massive Finanzermittlungen und Krypto-Betrug
Einer der umfangreichsten Fälle in Calamas aktuellem Portfolio betrifft das mutmaßliche Schneeballsystem rund um die Plattform Madeira Invest Club (MIC). Hauptbeschuldigter ist hier der Unternehmer Álvaro Romillo. Die Dimensionen dieses Verfahrens sind beachtlich:
- Geschädigte: Mehr als 3.000 Investoren sollen von den Machenschaften betroffen sein.
- Schadenssumme: Es geht um ein mutmaßliches Betrugsvolumen von über 185 Millionen Euro.
- Steuervergehen: Der Richter rechnet dem Netzwerk zudem eine Steuerhinterziehung in Höhe von 88 Millionen Euro zu.
- Haftstatus: Aufgrund einer bestehenden Fluchtgefahr ordnete Calama am 7. November 2025 die Untersuchungshaft für Romillo an, wobei eine Entlassung gegen Kaution ausgeschlossen wurde.
In diesem Zusammenhang wird auch eine Zahlung von 100.000 Euro an den Europaabgeordneten Alvise Pérez untersucht, was die politische Tragweite der Ermittlungen unterstreicht.
Nationale Sicherheit und die Grenzen der internationalen Justiz
Richter Calama ist erfahren im Umgang mit Dossiers, die die staatliche Sicherheit berühren. Dennoch stößt auch er an Grenzen, wenn die internationale Kooperation ausbleibt. Dies zeigte sich deutlich im Verfahren um die Spionagesoftware Pegasus, mit der Mobiltelefone von Regierungspräsident Pedro Sánchez und weiteren Kabinettsmitgliedern überwacht wurden.
Im Januar sah sich der Richter gezwungen, diese Untersuchung bereits zum zweiten Mal einzustellen. Er begründete dies mit der ausbleibenden Mithilfe aus jenem Staat, in welchem die Technologie konzipiert wurde. Ohne die erfolgreiche Umsetzung der entsprechenden Rechtshilfeersuchen durch die dortigen Stellen sei es unmöglich, die Urheberschaft der Spionageangriffe einer konkreten Person zuzuordnen.
Ein weiteres Beispiel für seine Arbeit im Bereich der öffentlichen Sicherheit war die Untersuchung der Briefbomben-Serie aus dem Jahr 2023. Damals wurden sechs gefährliche Sendungen an das Präsidialamt und die ukrainische Botschaft verschickt. Die Ermittlungen führten zur Identifizierung eines 74-jährigen Verdächtigen aus Miranda de Ebro.
Sachlichkeit bei Infrastruktur-Vorfällen
Auch bei Ereignissen mit großer öffentlicher Wirkung bewahrt Calama eine strikt faktenbasierte Linie. So leitete er die Untersuchung zum großflächigen Stromausfall, der sich am 28. April 2025 ereignete. Während spekuliert wurde, ob ein gezielter Angriff vorlag, stellte der Richter das Verfahren vor wenigen Monaten ein. Er kam zu dem Schluss, dass keinerlei Anhaltspunkte für eine durch Terroristen verübte Zerstörung vorlagen. In seinem Beschluss schloss er zudem aus, dass der Vorfall auf eine Form von digitalem Terrorismus zurückzuführen sei.
Was bedeutet das für Leser in Spanien?
Die Arbeit von José Luis Calama zeigt, wie tiefgreifend die spanische Justiz auch gegen höchste politische Ämter und komplexe Finanzstrukturen vorgeht. Für Residenten und Investoren in Spanien verdeutlichen insbesondere die Ermittlungen im Bereich der Kryptowährungen (Madeira Invest Club), dass die spanischen Behörden verstärkt gegen unregulierte Investmentplattformen vorgehen. Wer in Spanien investiert, sollte die rechtlichen Rahmenbedingungen genau prüfen, da die Justiz bei Verdacht auf Steuerbetrug – wie die Summe von 88 Millionen Euro im Fall Romillo zeigt – konsequent durchgreift. Die Unabhängigkeit der Justiz gegenüber der Politik bleibt dabei ein zentrales Thema der öffentlichen Debatte.
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